Eine Schlange von Köln nach Berlin

 

Sternsinger helfen Kindern in der ganzen Welt
Jahr für Jahr ziehen sie in fast allen katholischen Pfarrgemeinden in Deutschland von Tür zu Tür: die Sternsinger.

Etwa eine halbe Million Mädchen und Jungen machen jedes Jahr rund um den 6. Januar – dann wird das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert – mit bei dieser tollen Aktion. Wenn man alle Sternsinger in eine Reihe stellen würde, immer mit einem Abstand von einem Meter, dann reichte die Schlange 500 Kilometer weit. Das ist ungefähr die Strecke von Köln nach München oder von Köln nach Berlin. Eine lange Menschenkette der Hoffnung!

Ich möchte Sternsinger werden
Aber, wer darf denn überhaupt Sternsinger sein? Nur die Messdiener oder die Kommunkinder oder auch andere? Nur die katholischen Kinder? Werden nur die Kinder Sternsinger, die ganz toll singen können?

Eigentlich dürfen alle mitmachen, die Freude daran haben. Ein bestimmtes Alter ist nicht vorgeschrieben, aber die meisten Sternsinger sind zwischen acht und 13 Jahren alt. Einige sind schon fast erwachsen, aber auch die ganz Kleinen aus den Kindergärten dürfen mit, wenn gute Begleiter dabei sind. Am besten ist: Wer mitmachen möchte, sollte einfach in seinem Pfarramt nachfragen.

Und was machen die Sternsinger genau?
Klar, bevor man Sternsinger werden will, möchte man natürlich wissen, was die Sternsinger denn genau machen. Also, die Sternsinger ziehen von Haus zu Haus singen ihre Lieder und sammeln Geld.

Und zwar sammeln sie das Geld nicht für sich selbst, sondern für Kinder in der ganzen Welt, denen es nicht so gut geht, wie den meisten Mädchen und Jungen in Deutschland. Hungernde oder Kranke in Afrika, Waisenkinder in Asien oder Osteuropa oder Straßenkinder in Südamerika: Viele Kinder in den ärmeren Ländern werden jedes Jahr mit dem Geld unterstützt, das die Kinder hier bei uns sammeln. Damit werden Krankenhäuser oder Kindergärten gebaut, Nahrungsmittel gekauft oder die Mädchen und Jungen bekommen die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Denn in vielen Ländern der Erde ist es leider nicht selbstverständlich, dass Kinder lernen dürfen.

Geheime Zeichen an der Tür
Die Sternsinger machen sich in kleinen Gruppen auf den Weg. Sie tragen bunte Gewänder, glitzernde Kronen und einen Stern – und sie erinnern damit an die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar.

Ob es regnet oder schneit, ob es kalt ist oder die Sonne scheint – die Sternsinger ziehen von Tür zu Tür und besuchen alle Menschen, die das möchten. Und dann hinterlassen sie oft geheime Zeichen an den Häusern. C + M + B steht dann an den Türen, verbunden mit der jeweiligen Jahreszahl. Das bedeutet „Christus mansionem benedicat“ und ist die Abkürzung für die Bitte, dass Christus dieses Haus oder diese Wohnung segnet.

Sternsinger schauen über den Horizont hinaus
Die Sternsinger haben also einen ganz besonderen Auftrag, auf den sie sich gut vorbereiten. Nicht nur die Lieder und der Segensspruch wollen gelernt werden, nein, die Mädchen und Jungen nehmen jedes Jahr auch ganz besonders ein Land der Welt unter die Lupe.

Sie schauen sich an, wie Kinder und Jugendliche in diesem Land leben, welche Spiele sie spielen, wie sie wohnen – aber auch, welche Probleme und Sorgen sie vielleicht haben. Im Jahr 2005 schauten die Sternsinger besonders auf die Kinder in Thailand, in 2006 auf die in Peru und in 2007 erfuhren sie, wie Kinder in Madagaskar leben. 2008 gab es anlässlich der 50. Aktion Dreikönigssingen kein Beispielland. 2009 wird ganz besonders auf Kolumbien geschaut, 2010 auf die Kinder im afrikanischen Senegal und 2011 auf die in Kambodscha. Das liegt in Asien.

Seit 1959 sind Sternsinger unterwegs
Unterwegs sind die Sternsinger seit 1959. Seitdem haben sie schon so viel Geld gesammelt, dass man es sich kaum vorstellen kann. Zusammengerechnet sind es bis jetzt 612 Millionen Euro, mit denen das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) als die bundesweiten Organisatoren der Aktion insgesamt 51.000 Projekte für Not leidende Kinder in aller Welt unterstützen konnten. Damit ist die Aktion zur weltweit größten Aktion geworden, bei der sich Kinder für Mädchen und Jungen in Not einsetzen. Die Sternsinger zeigen: Kinder können eine Menge bewegen, wenn sie zusammen einen Anfang machen. Sie geben den Erwachsenen ein tolles Beispiel!